Das Bad diente und dient auch heute noch zur Vorbereitung zum Gebet, zum anderen sollen dadurch die Spuren des Beischlafts getilgt werden. Jeder größere Ort verfügt uber ein Hamam - für Männer und Frauen stets getrennt.
Der Eingangsbereich besteht meist aus einem großen Raum, in dem sich auch ein Springbrunnen befindet. An den Wänden des Raumes liegen Umkleidekabinen mit Ruheliegen. Mit einem Handtuch um den Leib gewickelt erreicht man den vorgeheitzten Eingangsraum. Das zweite Handtuch wird mitgenommen, es dient zum Wechseln, wenn man sich gewaschen hat oder gewaschen wurde. Eine schwere Holztür führt in einen großen Kuppelsaal, in dessen Mitte ein geheiztes Podest aus Marmor steht, auf das man sich legt und schwitzt. Rundherum an den Wänden befinden sich mehrere Nischen mit Kalt,- und Warmwasser. Irgendwann wird dann ein Tellak, so heißt der Bademeister im Hamam, auf sie zukommen und sie fragen "kese masaj?". Kese heißt übersetzt Frottierhandschuh. Mit diesem wird er, wenn sie einwilligen, sie waschen und massieren. Im gegensatz zur Massage, die nur ein Bulle übersteht, werden sie bei dieser Waschung dem Paradies nahegeführt. Wenn sie diese Prozedur hinter sich haben, werden sie glauben, noch nie so sauber gewesen zu sein. Mit dem zweiten Handtuch um den Leib gewickelt erwartet sie ein zweiter Tellak der sie in ein flauschiges Handtuch wickelt. So eingemummt können sie sich noch bei einem Glas Tee oder Limonade auf einer Liege von den "Strapazen" erholen. |